20jähriges Jubiläum unserer Stiftung

Einladung zum interkulturellen Konzert am 03.10.2022 um 18 Uhr in Hannover - Eintritt frei - Anmeldung online erforderlich

Das asambura ensemble setzt in der Suche nach Resonanz und dem permanenten Ringen um die „eigene“ kulturelle Identität an – bei dem Wunsch, sich gegenseitig zuzuhören und darin ein Potenzial für ein friedliches kulturelles und religiöses Miteinander zu finden, das Menschen verschiedener Religionen, Kulturen und Generationen – bei allen Unterschieden – miteinander verbindet, anstatt sie voneinander zu trennen.

 

Im Wechselspiel mit der solistischen Santur rezitiert der israelische Sänger Yair Harel in kunstvollen Phrasen aus dem weiten Spektrum jüdischer Traditionen im mittleren Osten und Nordafrika. 
Der iranische Komponist Ehsan Ebrahimi setzt sich in seiner Klangsprache mit der Erfahrung des Verlorenseins auseinander: Mit dem Zusammenspiel aus elektronischen Klangfarben und Sprachfragmenten altpersischer Dichtung über Einsamkeit entspinnt sich eine neue Perspektive auf traditionelle persische Kunstmusik. 
Maximilian Guths Kompositionen lassen wie ein Mosaik immer wieder entfernte Assoziationen an Schuberts Winterreise und Bachs Chaconne aufscheinen, die in einen meditativ schwebenden Klangkosmos eingewoben wurden.

 

Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich unter dem folgenen Link:

zur Anmeldung

 

Feindseligkeiten sind meist anerzogen

Der scheidende Gründer Christian Buhmann über Vorurteile, Identität und den Wert der Vielfalt in der HAZ vom 29.09.2022

Herr Dr. Buhmann, vor 20 Jahren haben Sie Ihre Stiftung gegründet, die sich dem interreligiösen Dialog verschrieben hat …

Ja, damals begegneten viele Menschen insbesondere den Muslimen mit großen Vorurteilen. Nach den Anschlägen des 11. September 2001 wurden diese oft pauschal mit Islamisten gleichgesetzt. Es war wichtig, etwas gegen die Ressentiments zu unternehmen. Ich hatte mich damals gerade aus der Geschäftsführung der Dr.-Buhmann-Schule zurückgezogen und fand dort eine neue, erfüllende Aufgabe.

 

Wie fällt nach 20 Jahren Ihre Bilanz aus? Gibt es heute weniger Ressentiments?

Einerseits gibt es zumindest in Hannover heute eine viel größere Offenheit gegenüber anderen Kulturen als damals. Das ist nicht überall so. Andererseits sind da die weltweiten Konflikte, die das Zusammenleben auch bei uns erschweren.

 

Dann bringen also auch Migranten Vorurteile mit?

Natürlich gibt es auch beispielsweise unter Muslimen teils Vorbehalte gegenüber der liberalen westlichen Welt. Lange waren Imame oft türkische Beamte, die auch die Positionen der türkischen Regierung vermittelten. Da ist es wichtig, die Offenheit gegenüber unserer Gesellschaft zu stärken. Wir unterstützen beispielsweise Begegnungen zwischen muslimischen und jüdischen Menschen. In Städten wie Berlin gibt es da noch viele Vorurteile abzubauen. Oft s tigmatisiert werden auch Yesiden, die in ihren Herkunftsländern teils gewaltsam verfolgt werden.

 

Was unternehmen Sie gegen solche Tendenzen?

Wir fördern jährlich mit rund 100.000 Euro in ganz Deutschland Bildungsprojekte und kulturelle Aktionen, bei denen insbesondere Jugendliche unterschiedlicher Herkunft einander begegnen. Ein Beispiel ist das öffentliche Fastenbrechen zum Ende des Ramadan auf dem Georgsplatz. Wir arbeiten auch eng mit dem Haus der Religionen in der Südstadt zusammen. Und wir unterstützen Musikprojekte. Musik hat den Vorteil, dass Menschen sie unabhängig von der Sprache verstehen.

 

Ist ihr Ansinnen nicht reichlich optimistisch?

Nein, denn Feindseligkeiten sind in der Regel anerzogen worden. Man kann sie durch persönliche Begegnungen auch wieder überwinden. Ressentiments entstehen, wenn Menschen glauben, dass ihnen nicht genug Wertschätzung zuteil wird oder wenn sie selbst unsicher in ihrer eigenen Identität sind. Sie sehen dann ein Problem darin, dass unsere Gesellschaft vielfältiger wird. Dabei ist das eine Bereicherung.

 

Worin genau sehen Sie diese Bereicherung?

Vielfalt bewahrt uns vor der Enge, die entsteht, wenn man sich nur im eigenen kulturellen Rahmen bewegt. Man versteht auch seine eigene Identität besser, wenn man Menschen anderer Religion kennenlernt. Die Herkunft darf kein Hindernis für Verständigung sein. Menschliche Gefühle sind letztlich überall ähnlich, in allen Kulturen.

 

Zur Person
Christian Buhmann studierte Wirtschaftswissenschaften und PadagogA. Nach seiner Promotion übernahm er 1967 die Leitung der Dr.-ßuhmann-Schule. Sem Großvater hatte die berufsbildende Einrichtung 1907 gegründet. Christian Buhmann rief auch die Europa-Fachakademie ins Leben. Der von ihm gegründeten Df.-Buhmann-Stiftung für mterre-ligiöse Verständigung überschrieb er schon vor Jahren das Schulgebäude m der Prmzenstraße. die Stiftung finanziert ihre Projekte mit den Mieteinnahmen. Nach 20 Jahren zieht sich der 86-Jahrige nun aus der Stiftung zurück, deren Vorsitz bereits die gebürtige Iranerin Hamideh Mohagheghi inne.

 

Info:
Die Stiftung feiert ihr 20-jähriges Bestehen am 3. Oktober um 18 Uhr mit einem Konzert in der Basilika St. Clemens, bei dem unter anderem das Asambura-Ensemble auftritt. Der Eintritt ist frei, Karten müssen unter www.asambura-ensemble.de vorbestellt werden. Anschließend gibt es einen Empfang für geladene Gäste.

 

Interview: Simon Benne
Quelle: Hannoverscher Allgemeine Zeitung vom 20.09.2022, S. 20


Förderanträge

Eine Aufgabe unserer Stiftung zur Förderung interreligiöser Verständigung ist die Unterstützung entsprechender Projekte und Initiativen.

 

Bitte stellen Sie einen Antrag immer unter Verwendung des aktuellen Antragsformulars (Stand 07/2021) und beachten Sie die aktellen Förderrichtlinien (Stand 03/2022) und die Abgabefristen basierend auf den Terminen der nächsten Vorstandssitzungen.


Aktuelles

musikalische Kuratoriumssitzung

Am 04.11.2021 trafen sich die Mitglieder des Kuratoriums zum zweiten Mal in diesem Jahr. Nachdem im März viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer online zugeschaltet waren, freute sich der Vorsitzende des Kuratoriums Hubert Stuntebeck die Mitglieder zahlreich "live" begrüßen zu können. Nachdem die erste Vorsitzende der Stiftung, Frau Dr. Hamideh Mohagheghi und der zweite Vorsitzende Herr Dr. Christian Buhmann über die Tätigkeit im vergangenen Jahr berichtet hatten, entspann sich ein konstruktiver Austausch unter den Kuratoriumsmitgliedern über die zukünftigen Vorhaben der Stiftung.

 

Im Anschluss an die Sitzung erwartete die Anwesenden ein besonders ansprechendes musikalisches Programm. Außer den Mitgliedern der Stiftung waren als Gäste u.a. ihre Partner und Partnerinnen dabei sowie die Leitung der Dr. Buhmann Akademie, in deren Aula das Konzert stattfand. Die Sängerin Ayda Kirci und Helge Adams am Piano gaben mit weiteren Jazzmusikern "Anatolia goes Jazz": traditionelle anatolische Volksweisen erklangen im neuen Jazzgewand. Herzlichen Dank für den wundervollen Abend. Ein ebenso herzlicher Dank geht an alle mitwirkenden Studierenden der Akademie, die das Catering für den Imbiss und die Organisation im Hintergrund gestaltet haben.

 

zu: Mitglieder des Kuratoriums


Dr. Buhmann Stiftung für interreligiöse Verständigung

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."

Wenige Sätze des Neuen Testaments sind uns so vertraut wie dieser.

 

"Wenn Gott gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Er wollte euch aber in alledem, was Er euch gegeben hat, auf die Probe stellen. Darum sollt ihr um die guten Dinge wetteifern. Zu Gott werdet ihr allesamt zurückkehren; und dann wird Er euch das kundtun, worüber ihr uneins waret."

(Koran 5,48)

 

Bibel und Koran und die Schriften anderer Religionen rufen uns in ähnlicher Weise zur Nächstenliebe und zum Frieden auf. Deshalb hat sich die Dr. Buhmann Stiftung mit Sitz in Hannover ein konkretes Ziel gesetzt:

 

Die Förderung der interreligiösen Verständigung