Hannoversche Allgemeine Zeitung Online vom 10.07.2014

Wulff spricht zum Ramadan

Rede von Christian Wulff

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff hat am Donnerstagabend zu einem verstärkten Dialog mit dem Islam aufgerufen. Wulff sprach vor gut vierhundert Teilnehmern eines Fastenbrechens, das auf Einladung der Buhmann-Stiftung auf dem hannoverschen Georgsplatz stattfand.

Von Michael B. Berger

 

Hannover. Wulff meinte mit Blick auf die Fußballweltmeisterschaft, dass es zwischen Sport und Religionen auch manche Überschneidungen gebe. So sei die deutsche Fußballnationalmannschaft, in der sich im Gegensatz zu früheren erfolgreichen Mannschaften von 1954 oder 1974 oder 1990 jetzt wesentlich mehr Männer mit Namen Miroslavoder Mesut fänden, äußerst erfolgreich. „Man kann trotz unterschiedlicher Herkunft großen Erfolg haben, wenn man ein gemeinsames Projekt verfolgt", sagte Wulff, der auf dem Georgsplatz seinen ersten öffentlichen Auftritt nach seinem Freispruch hatte.

Vor dem überwiegend muslimischen Publikum der Veranstaltung, an der auch Christen und Juden teilnehmen, wurde Wulff äußerst freundlich begrüßt. Er betonte in seiner viertelstündigen Rede, dass der Dialog der Religionen „nicht nur ein Sommermärchen“ sei. Aber weder Christen noch Moslems oder Juden sollten dulden, wenn die Rechte des Anderen mit Füßen getreten werden. „Bei den Feinden der Demokratie spielt es keine Rolle, ob sie Migrationshintergrund haben oder nicht“, sagte Wulff.

 

Wulff war der Hauptredner auf der Veranstaltung auf dem Georgsplatz, an der etwa 400 Gäste teilnahmen. Der hannoversche Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) begrüßte ausdrücklich Wulffs Erscheinen. Als Bundespräsident habe Wulff mit seinem Satz, dass der Islam auch zu Deutschland gehöre, einiges ausgelöst habe. Veranstaltungen wie diese wirkten vertrauensbildend. "Wer miteinander isst, der schafft Vertrauen."

 

Quelle: http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Wulff-spricht-in-Hannover-zum-Ramadan